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Datum: 20.08.2026

Lauf gegen Gewalt: Schutz für die, die schützen

Der fünfte Weißenfelser „Lauf gegen Gewalt“ findet am 2. September 2026, ab 16:30 Uhr am Klemmberg statt. Wer dabei sein möchte, sollte sich zeitnah anmelden, denn 1.000 Startplätze sind bereits vergeben. Die Anmeldung ist online möglich unter: https://weissenfels.de/Stadt-Ortschaften/Lauf-gegen-Gewalt/

Das Portal ist bis zum 28. August 2026 geöffnet. In den vergangenen Jahren waren die insgesamt 1.500 Startplätze aber bereits im Voraus ausgebucht. Ob Sportverein, Schulklassen, Kitagruppen, Firmen, Familien, Freundesgruppen oder Einzelpersonen – alle können mitmachen! Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehört in diesem Jahr erstmals auch die Laufgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Weißenfels. Etwa 30 Kameradinnen und Kameraden gehen an den Start. Dabei sind sie klar als Team erkennbar, denn Stadtwehrleiter Sebastian Busch hat für die Veranstaltung selbst gestaltete Trikots bestellt.

Doch die Feuerwehr spielt nicht nur aufgrund ihrer Teilnahme beim diesjährigen „Lauf gegen Gewalt“ eine Rolle. Unter dem Motto „Schutz für die, die schützen“ geht es bei dem Benefizlauf dieses Mal um Gewalt gegen Einsatz- und Hilfskräfte. Die Startgebühr aller erwachsenen Läuferinnen und Läufer in Höhe von zehn Euro wird für ein gemeinnütziges Projekt für die Blaulichtberufe eingesetzt. Zu diesen gehören in Weißenfels neben der Feuerwehr auch die Polizei, das Technische Hilfswerk, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser, das Ordnungsamt, die Bundeswehr und die Notfallseelsorge.

Laut Stadtwehrleiter Sebastian Busch erleben seine Kameradinnen und Kameraden im Einsatz zunehmend verbale Gewalt. In seltenen Fällen schlug diese auch in Handgreiflichkeiten um. Besonders in Erinnerung geblieben ist den Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern in diesem Zusammenhang eine Silvesternacht, in der sie zu einem Brand in der Nikolaistraße gerufen wurden. Damals hatten mehrere Menschen auf das Feuerwehrauto eingeschlagen und den Wagen mit Böllern beschossen, sodass die Feuerwehrleute nicht sofort aussteigen und den Brand löschen konnten.

„Wir haben den Eindruck, dass die Aggressivität gegenüber Einsatzkräften in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Nach unseren Erfahrungen spielt dabei häufig auch Alkoholkonsum eine Rolle“, sagt Sebastian Busch. Eine Erfahrung, die auch die zwölf Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Weißenfels machen müssen. Sie sind eigentlich vordergründig präventiv im Einsatz und für die Gefahrenabwehr zuständig. Verbale und körperlich Gewalt begegnet ihnen im Berufsalltag trotzdem regelmäßig und auch sie nehmen eine steigende Tendenz der Aggressivität wahr. Im Rahmen der Fürsorgepflicht stattet die Kommune ihre Mitarbeiter deshalb mit stich- und schusssicheren Schutzwesten sowie Abwehrspray aus. Außerdem werden regelmäßig Deeskalationsschulungen und Selbstverteidigungstraining angeboten. Um die Sicherheit im Einsatz zu gewähren sind zudem immer mindestens Zweierteams auf Streife.

Sebastian Busch findet es gut, dass durch den „Lauf gegen Gewalt“ öffentlich über dieses wichtige Thema gesprochen wird. „Neben unseren hauptamtlichen Einsatzkräften sind der Großteil unserer Kameradinnen und Kameraden Ehrenamtliche, die in ihrer Freizeit die Einsätze fahren. Wenn Gefahr für Leib und Leben droht, sind sie zur Stelle und helfen. Dabei setzen sie sich auch selbst großen Risiken aus. Dass sie in dieser Situation Gewalt erleben müssen, ist eigentlich unvorstellbar. Wir wünschen uns deshalb mehr Rückhalt und Anerkennung aus der Zivilgesellschaft. Einsatzkräfte verdienen Respekt, Unterstützung und Schutz. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass Gewalt gegen Helferinnen und Helfer nicht hingenommen wird“, sagt der Stadtwehrleiter.

Ziel des „Laufes gegen Gewalt“ ist es, die Öffentlichkeit für gewaltfreies und zivilcouragiertes Handeln zu sensibilisieren. Abseits der Laufstrecke nutzten deshalb auch jedes Jahr Unternehmen, Vereine und Institutionen die Gelegenheit, um über Formen von Gewalt, Präventionsmöglichkeiten und Beratungsangebote aufzuklären. Die Informationslandschaft ist fester Bestandteil des „Laufes gegen Gewalt“. Mit dabei sind dieses Mal unter anderem auch der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Weißenfels und die Suchtberatung des Deutschen Roten Kreuzes.

Ausgabe Startnummern und Trikots:

Die Ausgabe der Startnummern mit integriertem Zeitmesser erfolgt am 31. August und 1. September 2026, jeweils von 15 bis 19 Uhr beim Sport- und Freizeitbetrieb in der Beuditzstraße 69a (Verwaltungsgebäude neben dem Hostel). Auch die diesjährigen Trikots für den „Lauf gegen Gewalt“ werden bei dieser Gelegenheit mit ausgereicht. Sie sind kostenfrei in den Größen XS bis XL erhältlich. Es werden hierfür keine Dokumente benötigt. Bei Gruppenanmeldungen kann ein gesamtes Startnummernpaket abgeholt werden. Die Startnummernausgabe übernehmen Mitglieder des Frauenarbeitskreises Weißenfels und der ehemalige Stadtratsvorsitzende Jörg Freiwald. Auch am Veranstaltungstag werden am Info-Point vor dem Bismarckturm ab 15 Uhr noch Startnummern ausgegeben. Aus organisatorischen Gründen werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedoch darum gebeten, ihre Startnummern bereits vorab abzuholen. So können lange Warteschlangen vermieden werden. Die Anmeldung der Mädchen und Jungen, die um 16:30 Uhr beim Bambini-Cross-Hindernis-Lauf mitmachen möchten, erfolgt am Veranstaltungstag. Interessierte melden sich dafür bitte vorab rechtzeitig am Info-Point am Bismarckturm.