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Datum: 29.05.2026

Weißenfelser Gleichstellungsbeauftragte erneut zur Bundessprecherin gewählt

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weißenfels Katja Henze wurde am 19. Mai 2026 erneut zur Bundessprecherin in der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) gewählt. Sie vertritt damit für weitere drei Jahre auf Bundesebene das Land Sachsen-Anhalt bei zentralen gleichstellungspolitischen Anliegen. Die Wahl fand im Rahmen der 29. Bundeskonferenz in Lübeck statt. Sechs der maximal 15 Sprecherinnenstellen mussten neu besetzt werden. Katja Henze ist eine von insgesamt vier ostdeutschen Vertretungen in der BAG. Katja Henze arbeitet seit 14 Jahren bei der Stadt Weißenfels als Gleichstellungsbeauftragte.

Die Bundeskonferenz, die am 18. und 19. Mai 2026 stattfand, verzeichnete mit mehr als 550 Anmeldungen aus ganz Deutschland eine Rekordbeteiligung. Gemeinsam mit Anja Wirkner, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nürnberger Land, führte Katja Henze am ersten Veranstaltungstag durch das Programm. Diskutiert wurde über die wachsende Gefahr von Antifeminismus für Gleichstellung und Demokratie sowie über weitere zentrale Herausforderungen zum Thema Gleichstellung von Frauen. Insgesamt 17 Fachforen boten Raum für Wissensaustausch und Diskussionen. Bundesfrauenministerin Karin Prien richtete ein digitales Grußwort an die Gäste. Die schleswig-holsteinische Gleichstellungsministerin Aminata Touré thematisierte in ihrer Rede die zunehmende Wut vieler Frauen, die aus alltäglichen Angriffen auf Gleichstellung resultiert.

Um gleichstellungspolitische Forderungen ging es am zweiten Konferenztag. Mit der sogenannten Lübecker Erklärung und der Verabschiedung von mehr als 30 Anträgen richteten die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten klare Forderungen an die Politik. Die Antragsberatung und Beschlussfassung moderierte ebenfalls Katja Henze; dieses Mal gemeinsam mit Katrin Brüninghold aus der Stadt Hattingen in Niedersachen. Im Fokus der Beschlüsse stehen unter anderem größere Unterstützung von Eltern und mehr Steuergerechtigkeit, wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, eine stärkere Unterstützung von Alleinerziehenden, die Sicherung einer flächendeckenden Geburtshilfe, die Streichung des Paragrafen 218 zum Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch und ein nationaler Aktionsplan gegen Antifeminismus. Die verabschiedeten Beschlüsse werden an die Bundesregierung übermittelt.

Hintergrund:
Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 2.000 Gleichstellungsbeauftragte. Die BAG ist eine bundesweite Interessenvertretung für kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. In der Bundesarbeitsgemeinschaft haben sich hauptamtliche, kommunale Frauenbeauftragte und Gleichstellungsstellen zusammengeschlossen, um gleichstellungspolitische Interessen auf Bundesebene zu vertreten, ein bundesweites Forum für gleichstellungspolitische Diskussionen zu schaffen sowie den Erfahrungsaustausch und den Informationsfluss zwischen den Kolleginnen zu sichern. Auch die einzelnen Landesarbeitsgemeinschaften finden sich hier zusammen.