Inhalt
Datum: 21.07.2026

Schütz-Schatz-Kästlein geht in dritte Runde

Einen Spendenscheck in Höhe von 300 Euro übergab Heidi Föhre als Vertreterin der ÖSA-Versicherungen am 14. Juli 2026 an den Leiter des Heinrich-Schütz-Hauses Dr. Maik Richter. Das Geld ist bestimmt für die Fortführung der Aktion „Schütz-Schatz-Kästlein“ im Rahmen der musikpädagogischen Arbeit des Musikermuseums bis zum Sommer 2027.

„Mit den Kästlein gelingt es, schon die jüngsten Weißenfelserinnen und Weißenfelser spielerisch an Heinrich Schütz, seine Musik und die Zeit, in der er lebte, heranzuführen“, sagte Dr. Maik Richter. „Damit ermöglichen wir den Kindern einen niedrigschwelligen Zugang zu einer international berühmten Persönlichkeit der Stadt Weißenfels.“ Der kleine Holzkasten ist 29,5 Zentimeter breit, 20 Zentimeter hoch und 14 Zentimeter tief. Die darin enthaltenen Gegenstände sind wichtige Bestandteile des musikpädagogischen Programms des Heinrich-Schütz-Hauses in den Weißenfelser Kindergärten.

Eine zentrale Rolle spielt beim Schütz-Schatz-Kästlein die von Wilma Rambow im Rahmen ihrer museumspädagogischen Abschlussarbeit an der HTWK Leipzig entwickelte Figur der „Maria Maus“. Das kleine Filztier nimmt Bezug auf ein im Gebälk des Heinrich-Schütz-Hauses gefundenes Mäusenest, in dem im Jahr 2010 handgeschriebene Noten des Komponisten entdeckt wurden. Um eine erste Verbindung zu den Kindern herzustellen und sie an das Thema heranzuführen, erklärt Maus Maria den Mädchen und Jungen am Anfang des Vorschuljahres ihre große Bedeutung beim Finden der Originalnoten und welchen nicht nur materiellen Wert diese haben.

Von September bis zum folgenden Juni führt sie dann die überwiegend Fünfjährigen mit Hilfe anderer Kästlein-Gegenstände an die Musik heran. Oder auch mittels kleiner Damastflicken an die damalige Mode. Mit ihnen machen die Vorschülerinnen und Vorschüler haptische Erfahrungen, wie Menschen des Barocks gekleidet und wie schwer die Stoffe zum Teil waren. Dagegen zeigen ein historisierendes Schlüsselchen und die dazugehörige fingierte Truhe, dass die damalige Hausherrin allein die Gewalt über die Finanzen hatte; die sogenannte „Schlüsselgewalt“. Weiter ist ein Rastral – ein musikalisches Hilfswerkzeug – im Schütz-Schatz-Kästlein enthalten. Damit konnte und kann man Notenlinien ziehen.

Die kleine Truhe wird in der Kita ein Mal pro Monat hervorgeholt. Ergänzt wird der stationäre Inhalt mittels postalisch zugeschickter Gegenstände. Dazu zählen ein Kreisel als historisches Spielzeug, Ausmalbilder eines tanzenden Paares oder auch die Anleitung für einfache Tänze der Renaissance. Und jedes Jahr im Advent gilt das Päckchen mit den Gewürzen Zimt, Anis oder Nelken als großes Highlight: Dank ihnen erfahren die Kinder etwas über die Weihnachtsgebäck-Tradition zu Zeiten Heinrich Schütz‘.

Eine erste Idee, wie der bedeutende Weißenfelser Heinrich Schütz den kleinen Saalestädtern nahegebracht werden kann, hatte Oberbürgermeister Martin Papke bereits im Januar 2024. Er schlug eine Erinnerungsbox für die Morgenrunden in den Kindergärten vor. Das Konzept des „Schütz-Schatz-Kästleins“ entwickelte dann ab dem Sommer 2024 Maik Richter als promovierter Musikwissenschaftler und ein Jahr später, ab Sommer 2025, auch Rebecca Arndt als musikpädagogische Mitarbeiterin des Heinrich-Schütz-Hauses. Die kleine Truhe ging im Januar 2025 das erste Mal in den Kitas an den Start. Im Vorschuljahr 2026/2027 nehmen an dem Projekt im nunmehr dritten Durchlauf 19 städtische oder in freier Trägerschaft befindliche Kindergärten teil.

Die Anschaffung der ersten Schütz-Schatz-Kästlein im Dezember 2024 gelang mit Hilfe der Spenden des Rotary Clubs „Heinrich Schütz“ Weißenfels und der ÖSA Versicherungen Halle und Weißenfels. Letztere bezuschussen das Projekt seitdem regelmäßig in gleicher Höhe. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass schon die Jüngsten einen Bezug zu Heinrich Schütz finden“, sagt ÖSA-Geschäftsstellenleiterin Heidi Föhre. „Auch wenn die Kinder jetzt nicht alle Details zum Lebenslauf des Komponisten behalten und ihnen die Musik vielleicht zu altmodisch erscheint, so bleibt letztlich bei dem einen oder anderen ein Verständnis für die damalige Zeit und bei allen das Bewusstsein, dass Schütz auch Weißenfelser war. Damit entwickeln sie langfristig eine Verbindung zu dem bedeutenden Komponisten unserer Stadt.“