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Datum: 19.03.2026

Wenn Schweigen endet

Mit inspirierenden Begegnungen, starken Stimmen und vielfältigen Kulturangeboten schreitet der Weißenfelser Frauenmonat voran. Zwölf Veranstaltungen haben bereits gezeigt, wie Perspektiven und Erfahrungen von Frauen das städtische Leben bereichern. In den kommenden Wochen stehen noch Lesungen, Vorträge und kulturelle Highlights auf dem Programm. Für die Organisation und Durchführung arbeitet die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weißenfels Katja Henze mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern zusammen. Im Rahmen des Frauenmonats setzt sie sich auch dafür ein, die persönlichen Geschichten und Erfahrungen von Weißenfelser Frauen sichtbar zu machen. So wird die Weißenfelserin Dorothea Hesse-Swikle am 27. März 2026, um 18:30 Uhr in der Brand-Sanierung (Novalisstraße 13) aus ihrem Buch „Narben erinnern mich an das Erlebte aber sie definieren nicht meine Zukunft“ lesen. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zu der Lesung eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Dorothea Hesse-Swikle wurde im Jahr 1959 in Sachsen-Anhalt geboren. Mit Leidenschaft und Engagement ist sie beruflich in der 1:1-Intensivpflege tätig. Sie widmet sich dieser mit voller Hingabe. Doch hinter ihrer offenen und lebhaften Art sind schwere Verletzungen verborgen. In ihrem Buch berichtet sie von den Jahren häuslicher Gewalt, die sie zwischen 2006 und 2011 erlebt hat. Es geht auch um ihren Aufenthalt im Frauenhaus, ihre Erlebnisse mit Polizei und Anwälten sowie den langen Prozess des Schweigens und Vertuschens, bevor sie den Mut fand, ihre Geschichte öffentlich zu teilen. Denn Dorothea Hesse-Swikle hat für sich beschlossen, laut zu sein. Ihr Buch ist ein starkes Zeugnis von Überlebenskraft und dem Willen, sich das eigene Leben zurückzuerobern. Und es ist ein Plädoyer für ein Recht, das Gerechtigkeit miteinschließt; eine Forderung nach unbürokratischer Hilfe für Personen, die Gewalt ausgesetzt sind.